• Das Datum 25. Dezember ohne Jahresangabe

    Keine Details – welcher Kontinent?

    Wie wichtig gerade online genaue Datumsangaben sind, zeigt exemplarisch die MDR-Website zur Krimireihe “Zorn – Tod und Regen”. Da wird z.B. vom Beginn der Dreharbeiten am “8. Oktober” geschrieben, leider aber nicht das Jahr genannt. So daß das geneigte Publikum nicht weiß, wann denn ungefähr mit der nächsten Folge zu rechnen ist.1 Auch wenn ich beruflich recherchiere — als Nutzer möchte ich mich nicht auf Spurensuche begeben.

    Die MDR-Seite steht hier nur als ein Beispiel. Im Netz wimmelt es von Seiten, auf denen Sendetermine, Premieren oder Release-Partys angekündigt werden; von gerade stattgefundenen Wahlen oder Vereinsfesten berichtet wird – und nur Eingeweihte wegen der fehlenden Jahresangabe wissen, ob das aktuell oder der Schnee von vor 10 Jahren ist. Nicht hilfreich, wenn manche Blogtemplates das Jahr automatisch weglassen.

    Eine Nebenbaustelle sind Alters-Angaben. Texte, die von 65-jährigen Pensionistinnen oder Ereignissen von vor 25 Jahren erzählen, holen sich die Mehrarbeit selbst an Bord, weil sie der jährlichen Anpassung bedürfen. Wenn dann noch eine Jahresangabe zur Veröffentlichung fehlt und die Online-BearbeiterIinnen wechseln, sind Fehler vorprogrammiert. Vom genauen Neu-Lektorieren bereits abgenommener Texte ganz zu schweigen.


    1. Was in meinem Fall nicht so schlimm ist, da ich nach dem gerade gesehenen ersten Film eher ungeneigt bin – aber das ist ein anderes Thema. 


  • Handgeschrieben: “Dirk Thiele & Gerd Siegmund”-Reporter-Fanclub

    So geht Sport-Berichterstattung

    Ich könnte für dieses Jahr die Gründung des “Dirk Thiele & Gerd Siegmund”- Reporter-Fanclubs angehen. Die beiden bieten bei Eurosport für mich das, was Reporter auszeichnet: Fachwissen, Engagement und Liebe zum Sport. Bei gleichzeitiger Abwesenheit national-chauvinistischer Töne.1

    Jetzt überraschte mich Dirk Thiele beim Skispringen in Garmisch-Partenkirchen:

    »Antonin Hajek. Jetzt werden Sie vielleicht sagen, das sehen wir doch selbst, Name ist doch eingeblendet. Aber ich hab auch einen Brief bekommen vom Verband der Sehschwachen und Blinden, die teilweise auch Fernsehen konsumieren, und die haben auch darum gebeten, immer zu sagen, wer da jetzt gerade am Start ist, das machen wir natürlich gerne, wenn es hilft.«

    Daß er diese Bitte mit einer derartigen Selbstverständlichkeit annimmt, macht ihn mir noch sympathischer.

    1. Und während jungsche Mikrofonbeschaller bei den Öffentlich-rechtlichen Sendern gern noch über Soziale Netzwerke spötteln, nutzt der Senior Thiele dieses Internet, um noch mehr Interesse für den Sport zu wecken. Respekt.

  • Grafik: Auf grünem Hintergrund Kreidestriche, die ein 1/2 Fussbalfeld darstellen, darauf mit Kreide der Text "ARD + BRD + ZDF = WIR!!!

    Sportjournalism is dead, my friend

    Als bedürfe es noch irgendwelcher Belege, daß der Sportjournalismus – wozu ich gerade auch die Kommentierung zähle – im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen seit Jahren auf dem nationalen Besoffenheitsticket mitreist, brachte das ZDF gestern vorgestern abend einen weiteren: [1]

    Bei der zusammenfassenden Kommentierung des Spiels Litauen – Bosnien und Herzogewina (BiH), das BiH gewann und sich so erstmals für eine WM qualifizierte, zeigt das ZDF auch die ausflippenden Moderatoren des bosnischen Fernsehens. Was den ZDF-Kommentator zu einer launigen Bemerkung bringt:

    “Von neutraler Berichterstattung haben sich deshalb unsere bosnischen Kollegen ganz schnell verabschiedet. Aber mal ehrlich: Warum sollten die Journalisten ausgerechnet cool bleiben, wenn ein ganzes Land feiert …”

    Ja, warum wohl? [2] Welch wunderbare Bankrotterklärung … Zumal dies ein redaktionell abgenommener Beitrag und keine Live-Kommentierung war.

    (Daß der ZDF-ler jede Parade mit “Der Torwart hat Mühe!” kommentiert, deutet an, daß er vor seiner Reportertätigkeit mglw. eher als Getränkehalter beim Bezirks-Hallen-Halma aktiv gewesen sein dürfte.)

    ………………………………………………………..

    [1] Ich habe mal einen Tag verstreichen lassen, um etwas gelassener an diesen Eintrag zu gehen. Das Video ist nur bis zum 22.10.2013 online.

    [2] Weil sie Journalisten sind, dude.


  • das Wort "Kultur", in Comic Sans geschrieben, durchgestrichen

    Lasst, die ihr einschaltet, alle Hoffnung fahren! (3sat Kulturzeit)

    Heute habe ich nach sehr langer Zeit mal wieder gewagt, das sogenannte 3sat-Kulturmagazin zu schauen. Aus – wie es jetzt scheint – guten Gründen habe ich das lange vermieden.

    Daß einzelne AutorInnen Fehler machen, vielleicht auch einfach nur dumm sind – okay. Daß auch die 3sat-Kulturzeit-Redaktion nicht merkt, was für ein Schwachsinn da geredet wird, ist dagegen nur noch traurig (- bitte stellen Sie sich hier einen 2stündigen Ohnmachtsanfall vor).

    Matthew Herbert spricht im Beitrag (1) von Catalina Lopez über ein Bombardement eines libyschen Kampfflugzeugs – was auch so übesetzt wird. Herbert ergänzt später noch: “Das Stück hat auch eine politische Dimension, denn Gaddafi hat seine Leute mit Waffen bombardiert, die wir ihm verkauft haben. Dabei sollten wir keine boshaften Diktatoren aufrüsten.”

    Und was sagt die Autorin direkt danach: “Die Grundlage sind zehn Sekunden Tonaufnahmen, die während des Nato-Bombardements auf Tripolis 2011 entstanden”.(2) WTF?

    (ach, ach und ach. Weitere zwei Stunden Ohnmacht folgen.)

    (1) anläßlich Herberts Aufführung von “The End of Silence” in Köln

    (2) so steht es auch auf der Webseite zum Beitrag, und so übernimmt es bedauerlicherweise auch Ernst Grandits in der Anmoderation.


  • handschriftliches "ohne Worte" in grau auf weiß

    KiWi goes BKA

    Beim Besuch der KiWi-Download-Seite ahne ich, was mich erwartet:
    Vermultlich werde ich demnächst in der Buchhandlung mein polizeiliches Führungszeugnis, den Personalausweis und eine amtliche DNA-Probe vorlegen müssen, um einen Katalog des KiWi-Verlags zu erhalten.

    Bitte, liebe Verlagsmenschen, sagen Sie mir doch einfach, daß ich mich nicht für Ihre Bücher interessieren soll. Mach ich auch so. Freiwillig. Ab sofort. Versprochen.


  • Programmplaner haben Humor

    Bei einem Blick auf das heutige Abendprogramm hatte ich den Eindruck, daß Programmplaner bei den öffentlich-rechtlichen Sendern durchaus Humor haben.